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0103 R&B-Hitparade 1948

Der R&B-Countdown zum 03.01.1948

Die erste R&B-Hitparadenausgabe des Jahres 1948 enführt uns heute in eines der verrücktesten Musikjahre quer durch den HitHistory-Zeitraum, denn eigentlich gab's in diesem Jahr gar keine aktuellen Schallplatten.

James C. Petrillo, der Vorsitzende der Musikergewerkschaft schickt seine Musiker für das komplette Jahr in den Streik, um für bessere Konditionen der Radio-Airplays zu kämpfen. Viele Live-Auftritte für die Bands im Radio werden nun durch das Abspielen von Schallplatten ersetzt (so wie wir das seither wie selbstverständlich alle tun). Aber viele, insbesondere kleine Bands rechnen mit den Einnahmen aus dem Radiogeschäft, die dadurch dramatisch sinken. Welche Auswirkungen nun so ein Musikerstreik im Studioalltag hat, das liefert uns unser heutiger Blickwinkel auf das Musikjahr 1948, in dem das Billboardmagazin beispielsweise auch nur noch die Top3-Top5 der Racemusic-Charts notiert, weil einfach der Nachschub fehlt.


Erstsendung am 03.01.2016

Y Nr Artist Song Record-Label Year USA RB CW GB BRD
* 003 Gene Phillips Honky Tonk Train (I) MODERN 572 1948
* 004 Joe Turner Boogie Woogie Baby MGM 10492 1948
* 006 Pete Johnson & Joe Turner Skid Row Boogie (I) SWING TIME 168 1948
* 008 Pete Johnson & Joe Turner Half Tight Boogie (I) SWING TIME 168 1948
* 010 Albert Ammons Mr. Bell Boogie (I) MERCURY 8115 1948
* 012 Albert Ammons Lady Be Good (I) MERCURY 8115 1948
* 014 Felix Gross Flying Baby Boogie DOWNBEAT 127 1948
* 016 Felix Gross Worried About You Baby DOWNBEAT 127 1948
* 018 Steve Gibson & The Redcaps Jack You'Re Dead MERCURY 8038 1948
* 019 Lowell Fulson My Girl At Eight SWING TIME 119 1948
* 021 Charles Brown Money'S Getting Cheaper EXCLUSIVE 257 1948
* 022 Nat King Cole Put 'Em In A Box Tie 'Em With A ... CAPITOL 15080 1948 30
* 024 T-Bone Walker That'S Better For Me Baby B&W 126 1948
* 026 T-Bone Walker T-Bone Jumps Again (I) B&W 125 1948
* 028 Steve Gibson & The Redcaps That'S The Stuff BEACON 7221 1947
* 029 Jimmy Mc Cracklin I Can'T Understand Love TRILON 244 1948
* 031 Memphis Slim Harlem Bound MIRACLE 111 1948
* 033 Tiny Grimes Hot In Harlem (I) ATLANTIC 869 1948
* 035 Joe Morris Jump With Me (I) ATLANTIC 855 1948
* 037 Illinois Jacquet Riffin' Off With Jacquet (I) ALADDIN 803F 1948
* 039 Earl Bostic Bostic'S Boogie Blues (I) GOTHAM 161 1948
* 041 Sonny Terry Riff & Harmonica Jump (I) CAPITOL 40061 1948
* 043 Sonny Boy Williamson (I) Sugar Gal RCA 20-2623 1948
* 045 Tina Dixon Walk That Walk Daddy-O KING 4257 1948
* 047 Tina Dixon Parrot Bar Boogie KING 4257 1948
* 049 Nellie Lutcher Do You Or Don'T You Love Me CAPITOL 40063 1948 9
* 051 Hadda Brooks Variety Boogie (I) MODERN 599 1948
* 053 Camille Howard Barcarolle Boogie (I) SPECIALTY 309 1948
* 055 Camille Howard Has Your Love Grown Cold SPECIALTY 309 1948
* 056 Jim Wynn Put Me Down Blues SPECIALTY 312 1947
* 058 Jim Wynn Fat Meat SPECIALTY 312 1947
* 060 Roy Milton Porter'S Love Song SPECIALTY 317 1947
* 062 Louis Jordan Early In The Morning DECCA 24155 1947 3
* 064 Louis Jordan Look Out (Sister) DECCA 24155 1947 5
* 066 Louis Jordan Sure Had A Wonderful Time DECCA 24104 1947
* 068 Louis Jordan Boogie Woogie Blue Plate DECCA 24104 1947 1
* 070 Charles Brown Cold In Here EXCLUSIVE 261 1948
* 072 Cootie Williams I Love You Yes I Do MERCURY 8073 1947
* 074 Bullmoose Jackson I Love You Yes I Do KING 4181 1948 21 1
* 076 Julia Lee Take It Or Leave It CAPITOL 70006 1947
* 078 Julia Lee Snatch & Grab It (N) CAPITOL 40028 1947 24 1

41 Einträge insgesamt

Warum machst Du den R&B-Countdown überhaupt?

Weil's für mich eine ausgezeichnete Gelegenheit ist, ein bisschen Werbung für die schwarze Musikkultur zu machen. Es gibt so viele Sendungen über Rock'n'Roll und Rockabilly, aber ich kenne zumindest im deutschprachigen Radioumfeld keine, die speziell den schwarzen Sound von damals zum Thema macht.

Aber vielleicht liegt's auch einfach nur daran, dass die musikalischen Einflüsse der amerikanischen Besatzungszone eben andere waren, als die der britischen Zone und die deutsche Schallplattenwelt davon damals sogut wie nichts wissen wollte. Wenn man beispielsweise nach England schaut: dort gehört die schwarze Musikkultur seit den 50s und 60s zum musikalischen Alltag.

Deshalb ist mir mit dieser Sendereihe daran gelegen, dieser Musik zu mehr Aufmerksamkeit zu verhelfen.

Warum gleich 365 Sendungen in diesem täglichen Format?

Weil's mir ein Anliegen ist, die volle musikalische Bandbreite dieser Musikströmungen zu beleuchten. Es ist mir klar, dass nicht jeder jede Sendung hören kann/will, aber Musikgeschichte braucht einfach Sendeplatz, damit sich jeder das rauspicken kann, was er besonders gerne hört.

Warum gleich 2 Std. - Eine würde doch auch reichen?

Nein, weil man mit einer Stunde fast kein Thema vernünftig abhandeln kann. Weder eine Top40- oder Top50-Hitparadenausgabe, noch irgendein Label Special.

Das braucht einfach mehr Zeit.

Warum so viele bekannte Hits, die hat doch schon jeder?

Weil Hit und History zusammengehören. History bedeutet Hits!

Musikgeschichte schreiben nicht die super-raren Singles mit einer Kleinauflage von 500 Stück, auch wenn man sich das gerne heutzutage wünschen möchte. Zeitgeist nachzuspüren heißt auch: aufzuzeigen, dass da auch mal eine Ballade in den Top10 Millionenumsätze gemacht hat.

Tatsächlich kennt auch nicht jeder schon alle Hits. Ganz im Gegenteil: viele engen ihren Musikblickwinkel auf wenige Augenblicke auf der Zeitleiste ein, und glauben dann vielleicht, das wäre alles was man wissen sollte.

Ich bin da anderer Meinung.

Aber letztlich soll das jeder für sich so gestalten wie er möchte, Hauptsache, er hat Spaß mit dem, was er macht. Ich glaube, das ist nicht nur beim Thema Radio mit das Wichtigste.

Das ist so viel, ich kann das gar nicht alles hören

Stimmt vollkommen! Ich hab ja auch Jahre gebraucht, um die Sendungen fertigzustellen. Aber das Konzept ist, wie bei einem guten Spielfilm: "Nächstes Jahr kannst Du die verpasste Sendung dann nachholen!".

Ich weiss, dieses Konzept ist etwas abgefahren, aber Radio wird häufig als kurzlebiges Wegwerfprodukt gesehen und auch dazu gemacht, aber was bleibt, sind gut gemachte Themensendungen. Die kann man gerne mal wieder hören. In deisem Fall eben im nächsten Jahr am gleichen Tag.

Das ist mir viel zu viel Inhalt (manche sagen Gelaber)

Musikgeschichte ist viel zu spannend, ums einfach nur wortlos rieseln zu lassen. Wer Hintergrundinformation zur Musik nicht interessant findet, der ist mit einem 24-Std-wortlos-Dudelfunk (mein Feindbild-Radio) bestimmt besser bedient.

Dauert Dir das nicht viel zu lang bis 365 Sendungen fertig sind?

Doch ja, aber das ist eben die Kehrseite der musikgeschichtlichen Medaille.

Wenn man vorher sagt, dass es mit weniger Zeit nicht vernünftig machbar ist, dann muss man sich eben die Zeit nehmen, bis so eine Jahresleiste fertig ist. Ein bisschen ärgerlich ist es aber schon, wenn da einige Radiosender sofort damit loslegen möchten, ich sie aber leider noch vertrösten muss. Aber vielleicht finden wir ja auch eine Zwischenlösung, wie mit dem Bayoogie-Club.

Mal sehen!

Was passiert, wenn der R&B-Countdown fertig ist?

Dann habe ich noch so viele weitere Radioideen, die ich am liebsten gleich morgen schon anfangen möchte.