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0102 R&B-Hitparade 1965

Der R&B-Countdown zum 02.01.1965 (Arthur Prysock 02.01.1929)

Die erste R&B-Hitparadenausgabe des Jahres 1965 enführt uns heute mitten in die souligen 1960s. Aber das auch nur auf den ersten Anschein, denn das Billboard-Magazin veröffentlicht schon seit Dezemebr 1963 keine eigenständige R&R-Hitprarade mehr. Was das für musikalisch umwäzende Auswirkungen auf den schwarzen Musikmarkt hatte, das wollen wir heute ein wenig beleuchten.

Typische rein schwarze Künstler kommen mit ihren Neuvorstellungen, wenn überhaupt nur noch in die hintersten Range der Schwarz-Weissen-Einheitscharts, während die pop-angepassten schwarzen Künstler davon profitieren. Ein spannendes Zeitgeistthema, wenn man mal ein bißchen genauer hinschauen mag.

Dazu ein tagesaktueller Geburtstagsausflug mit Arthur Prysock, angefangen am Mikrophon der Bigband von Buddy Johnson bis zu seinen Soloerfolgen der 1950s und 1960s. Der ältere Bruder von Saxophonist Wilbert Red Prysock.


Erstsendung am 02.01.2016

Y Nr Artist Song Record-Label Year USA RB CW GB BRD
* 003 Don Covay Take This Hurt Off Me ROSEMART 802 1964 97 97
* 005 Garnett Mimms & The Enchanters A Little Bit Of Soap UA 796 1965 95 95
* 007 Radiants Voice Your Choice CHESS 1904 1965 51 16
* 009 James Brown Have Mercy Baby KING 5968 1965 92 92
* 011 Little Milton Blind Man CHECKER 1096 1965 86 86
* 013 Willie Mitchell Percolatin' (I) HI 2066 1965 85 85
* 015 Chubby Checker Lovely Lovely (Loverly Loverly) PARKWAY 936 1965 70 70
* 017 Lee Morgan Sidewinder (I) BLUE NOTE 1911 1965 81 81
* 019 Smoky & The Fabulous Blades Jerk Baby Jerk (I) DORE 723 1965
* 021 Patti Young Head & Shoulders ERNSTRAT 495 1965
* 023 Orlons Envy (In My Eyes) CAMEO 346 1965
* 025 Vernon & Jewel Just To Hold My Hand KENT 430 1965
* 027 Teacho & The Students Chills & Fever OKEH 7234 1965
* 029 Dorothy Berry Shindig City PLANETARY 105 1965
* 031 Dorothy Berry Standing On The Corner PLANETARY 105 1965
* 033 Joyce Kennedy I'M A Good Girl BLUE ROCK 4016 1965
* 035 Peggy Paxton It Ain'T What I Do PAULA 229 1965
* 037 Marvin & Johnny Baby You'Re The One KENT 436 1965
* 039 Tom Storm I Love You GE GE 501 1965
* 041 Lewis Sisters He'S An Oddball VIP 25018 1965
* 043 Astors I Found Out STAX S170 1965
* 045 Ty Karim You Just Don'T Know ROMARK 103 1965
* 047 Tokays Baby Baby Baby BRUTE 001 1965
* 049 Harold Betters Do Anything You Wanna (I) GATEWAY 747 1964 74 74
* 051 Brook Benton Do It Right MERCURY 72365 1965 67 67
* 053 Betty Everett Getting Mighty Crowded VEE JAY 628 1965 65 65 29
* 055 Major Lance Sometimes I Wonder OKEH 7209 1964 64 13
* 056 Candy & The Kisses 81 CAMEO 336 1965 51 51
* 058 Gene Chandler What Now CONSTELLATION 141 1965 40 18
* 060 Chuck Berry Promised Land CHESS 1916 1965 41 41 26
* 062 Chuck Berry St. Louis Blues CHESS LP 1495 1965
* 064 Chuck Berry My Mustang Ford CHESS LP 1498 1965
* 066 Jerry Butler & Betty Everett Smile VEE JAY 633 1965 42 42
* 068 Arthur Prysock Good Rockin' Tonight OLD TOWN 1092 1960
* 070 Buddy Johnson They All Say I'M The Biggest Fool DECCA 11000 1946 5
* 073 Arthur Prysock Woke Up This Morning WING 90016 1955
* 075 Arthur Prysock Too Long I'Ve Waited PEACOCK 1676 1957
* 077 Arthur Prysock It'S Too Late Baby Too Late OLD TOWN 1183 1965 56 11
* 079 Larks Forget Me MONEY 106 1965
* 081 Larks Jerk MONEY 106 1965 7
* 083 Impressions Amen ABC-PARAM. 10602 1965 7 17
* 085 Little Anthony & The Imperials Goin' Out Of My Head DCP 1119 1964 6 22 30
* 087 Supremes Always In My Heart MOTOWN 1068 1964
* 089 Supremes Come See About Me MOTOWN 1068 1964 1 3 27

44 Einträge insgesamt

Warum machst Du den R&B-Countdown überhaupt?

Weil's für mich eine ausgezeichnete Gelegenheit ist, ein bisschen Werbung für die schwarze Musikkultur zu machen. Es gibt so viele Sendungen über Rock'n'Roll und Rockabilly, aber ich kenne zumindest im deutschprachigen Radioumfeld keine, die speziell den schwarzen Sound von damals zum Thema macht.

Aber vielleicht liegt's auch einfach nur daran, dass die musikalischen Einflüsse der amerikanischen Besatzungszone eben andere waren, als die der britischen Zone und die deutsche Schallplattenwelt davon damals sogut wie nichts wissen wollte. Wenn man beispielsweise nach England schaut: dort gehört die schwarze Musikkultur seit den 50s und 60s zum musikalischen Alltag.

Deshalb ist mir mit dieser Sendereihe daran gelegen, dieser Musik zu mehr Aufmerksamkeit zu verhelfen.

Warum gleich 365 Sendungen in diesem täglichen Format?

Weil's mir ein Anliegen ist, die volle musikalische Bandbreite dieser Musikströmungen zu beleuchten. Es ist mir klar, dass nicht jeder jede Sendung hören kann/will, aber Musikgeschichte braucht einfach Sendeplatz, damit sich jeder das rauspicken kann, was er besonders gerne hört.

Warum gleich 2 Std. - Eine würde doch auch reichen?

Nein, weil man mit einer Stunde fast kein Thema vernünftig abhandeln kann. Weder eine Top40- oder Top50-Hitparadenausgabe, noch irgendein Label Special.

Das braucht einfach mehr Zeit.

Warum so viele bekannte Hits, die hat doch schon jeder?

Weil Hit und History zusammengehören. History bedeutet Hits!

Musikgeschichte schreiben nicht die super-raren Singles mit einer Kleinauflage von 500 Stück, auch wenn man sich das gerne heutzutage wünschen möchte. Zeitgeist nachzuspüren heißt auch: aufzuzeigen, dass da auch mal eine Ballade in den Top10 Millionenumsätze gemacht hat.

Tatsächlich kennt auch nicht jeder schon alle Hits. Ganz im Gegenteil: viele engen ihren Musikblickwinkel auf wenige Augenblicke auf der Zeitleiste ein, und glauben dann vielleicht, das wäre alles was man wissen sollte.

Ich bin da anderer Meinung.

Aber letztlich soll das jeder für sich so gestalten wie er möchte, Hauptsache, er hat Spaß mit dem, was er macht. Ich glaube, das ist nicht nur beim Thema Radio mit das Wichtigste.

Das ist so viel, ich kann das gar nicht alles hören

Stimmt vollkommen! Ich hab ja auch Jahre gebraucht, um die Sendungen fertigzustellen. Aber das Konzept ist, wie bei einem guten Spielfilm: "Nächstes Jahr kannst Du die verpasste Sendung dann nachholen!".

Ich weiss, dieses Konzept ist etwas abgefahren, aber Radio wird häufig als kurzlebiges Wegwerfprodukt gesehen und auch dazu gemacht, aber was bleibt, sind gut gemachte Themensendungen. Die kann man gerne mal wieder hören. In deisem Fall eben im nächsten Jahr am gleichen Tag.

Das ist mir viel zu viel Inhalt (manche sagen Gelaber)

Musikgeschichte ist viel zu spannend, ums einfach nur wortlos rieseln zu lassen. Wer Hintergrundinformation zur Musik nicht interessant findet, der ist mit einem 24-Std-wortlos-Dudelfunk (mein Feindbild-Radio) bestimmt besser bedient.

Dauert Dir das nicht viel zu lang bis 365 Sendungen fertig sind?

Doch ja, aber das ist eben die Kehrseite der musikgeschichtlichen Medaille.

Wenn man vorher sagt, dass es mit weniger Zeit nicht vernünftig machbar ist, dann muss man sich eben die Zeit nehmen, bis so eine Jahresleiste fertig ist. Ein bisschen ärgerlich ist es aber schon, wenn da einige Radiosender sofort damit loslegen möchten, ich sie aber leider noch vertrösten muss. Aber vielleicht finden wir ja auch eine Zwischenlösung, wie mit dem Bayoogie-Club.

Mal sehen!

Was passiert, wenn der R&B-Countdown fertig ist?

Dann habe ich noch so viele weitere Radioideen, die ich am liebsten gleich morgen schon anfangen möchte.